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Geschichte der Gemeinde Riggisberg

Fusion Riggisberg und Rüti bei Riggisberg

Am 26. März 2008 haben nach langen und sorgfältigen Fusionsverhandlungen die beiden politischen Gemeinden Riggisberg und Rüti bei Riggisberg sich zur Gemeinde Riggisberg zusammengeschlossen. Wie uns die Geschichte zeigt, gehörten die beiden Gemeindeteile schon früher einmal zusammen. Daneben verzeichnen sie je auch eigene Geschichten mit je andern Schwerpunkten, Zugehörigkeiten und Ereignissen.

toggle visibility Dorfteil Riggisberg

Es wird angenommen, dass das heutige Gemeindegebiet auch schon zur Römerzeit bewohnt war. Über Muri bei Riggisberg führte wahrscheinlich eine römische Strasse, die Thun und Avenches verband. Streufunde deuten auf eine römische Siedlungsgeschichte, die aber bisher nicht näher erforscht ist.
Die erste, uns bekannte, schriftliche Erwähnung der Ortschaft stammt aus dem Jahre 1148. Unter dem Namen Richesperc wird das Dorf in einer von Papst Eugen III unterzeichneten Urkunde zusammen mit weiteren, dem Kloster Rüeggisberg zugehörigen Orte aufgeführt.

Die mittelalterliche Besiedlungsgeschichte oder Landnahme dürfte noch vor der ersten Jahrtausendwende damit begonnen haben, dass alemannische Bauern aus dem Mittelland in den Voralpen zu roden begannen. Daraus ist auch das Geschlecht der Edlen von Riggisberg hervorgegangen. Wir wissen, dass sich Vertreter später hauptsächlich in Freiburg aufhielten. Im 13. Jh. gründete dort Jacob von Riggisberg das heute prachtvoll renovierte Franziskanerkloster.

Im 14. Jh. gelangte Riggisberg durch Erbschaft unter die Herrschaft des berühmten Berner Geschlechts von Erlach. Damit wurde für das Dorf eine Sonderstellung begründet. Als Freyherrschaft war es ausschliesslich den Adelsfamilien unterstellt. Grosse Namen aus der Geschichte des bernischen Staatswesens waren im Schloss anzutreffen: Hans von Erlach (1474 - 1539), mehrfach gewählter Schultheiss, leitete die Staatsgeschäfte während der schwierigen Zeit der Reformation sehr umsichtig.  Im Jahre 1700 liess Albrecht von Erlach (1644 - 1723) das bis heute bestehende dreigeschossige Schloss bauen. Eine Glanzzeit erlebte Riggisberg unter der Herrschaft Abraham von Erlachs (1716 - 1782). In französischen Diensten wurde er Generalleutnant. Mit seiner adeligen, französischstämmigen Frau, Suzanne-Anne-Marie Masson de Bessé hielt er im Schloss prunkvoll Hof.
Abgesehen von einem kurzen Unterbruch dauerte diese Herrschaft der von Erlach über 400 Jahre. Sie endete 1799, fast zugleich mit dem Untergang des alten Bern, anlässlich des Franzoseneinfalles.

Während der Helvetik gehörte Riggisberg zum Distrikt Seftigen, der mit der neuen Kantonsfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

1943, in der Nacht vom 12. auf den 13. Juli, wurde das Dorf irrtümlicherweise von einer Fliegerstaffel der Alliierten bombardiert, was grossen Sachschaden anrichtete, aber wie durch Wunder keine Menschenleben forderte.

Vom Bauerndorf zum gewerblichen Zentrum mit Verkehrspunkt in der Region
Bis etwa 1800 stellte Riggisberg vor allem ein durch das Patriziat im Schloss beherrschtes Bauerndorf dar. Nach den politischen Übergangswirren und der Schaffung der Bundesverfassung von 1848, im 19. und im 20. Jahrhundert, entwickelte sich die Ortschaft allmählich auch zu einem Gewerbedorf. Da das Projekt einer Bahnverbindung zwischen Freiburg und Thun unverwirklicht blieb, wurde das Strassennetz umso prägender für die Ortschaft, denn Riggisberg liegt im Wegkreuz der Verbindungen Gürbetal - Schwarzenburgerland und Längenberg - Gurnigelgebiet. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die bis heute bestehenden Verbindungsstrassen in die Region erstellt.

Seit 1967 beherbergt Riggisberg die Abegg-Stiftung, deren Museum und textilwissenschaftliches Institut Weltruf besitzen.

 

toggle visibility Dorfteil Rüti

In einer ersten urkundliche Erwähnung ist das Dorf 1345 als Rüti verzeichnet. Der Name geht auf das althochdeutsche Wort ‚riod', Rodung, zurück.

Im Mittelalter unterstand Rüti der Herrschaft Riggisberg, damit dem Berner Adelsgeschlecht der von Erlach.
Bei Untergang des Ancien Régime 1798, während der Zeit der Helvetik, gehörte das Dorf zur zum Distrikt Seftigen, ab 1831 Amtsbezirk Seftigen.

Rüti war vor allem im 19. Jahrhundert als Sitzgemeinde des international bekannten Gurnigelbads bedeutend. Von hier aus nahmen Gästen aus ganz Europa das letzte Wegstück zur Badekur im schönen Gantrischgebirge in Angriff.